Ein großer Schritt in Richtung einer guten ökologischen Entwicklung der Niers

In der im Frühjahr 2024 abgeschlossenen Gewässerumgestaltung der Niers im Bresgespark in Mönchengladbach wurden rund 3,7 km Gewässer neu gebaut und naturnah gestaltet. Damit wurde der Niers ein Auenbereich in der Größe von rund 13 Fußballfeldern wieder zurückgegeben und somit neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie Überflutungsflächen für Hochwässer geschaffen. Mit dieser Umgestaltung mitten im städtischen Raum wird die Biodiversität und der Artenschutz gestärkt, der natürliche Wasserkreislauf unterstützt und somit ein Beitrag zur Klimaresilienz der Niers und ihres Umfeldes geleistet.

 

23.09.2025

Starkregenereignis am 09. September 2025:

Der Bresgespark nimmt große Wassermengen auf und federt die Hochwasserwelle ab.

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Mit dem Projekt Bresgespark haben wir die Niers zwischen Römerstraße/Am Torfbend und Zoppenbroich im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt naturnah umgestaltet. Dabei wurde die Niers auf 3,7 Kilometer verlängert. Durch den nun vielfach geschwungenen, verlängerten Gewässerlauf der Niers konnten zwei vorhandene Wehre, die Fische und Kleinlebewesen an ihren Wanderungen in der Niers hinderten, zurückgebaut werden. Die zudem entstandenen Auenbereiche unterstützen im Weiteren den natürlichen Wasserkreislauf und liefern daher einen Beitrag zur Klimaresilienz der Niers und ihres Umfelds. 

Der Naturschutz spielt bei der naturnahen Umgestaltung des Nierslaufs im Bresgespark eine zentrale Rolle. In der neuen Aue finden Tiere und Pflanzen einen abwechslungsreichen und natürlichen Lebensraum. Der hauptsächlich aus Pappeln bestehende Baumbestand wird sich zu einem standorttypischen, an die Folgen des Klimawandels angepassten Auwald entwickeln.

Mit der auf rund 3,7 km verlängerten, neu gebauten und naturnah gestalteten Niers bleibt die Fließgeschwindigkeit auch bei Einleitung von Regenwasser so niedrig, dass Kleinlebewesen und Pflanzen am Grund nicht weggeschwemmt werden. Die neu gewonnene Durchgängigkeit ermöglicht wandernden aquatischen Arten zudem, sich frei durch das Gewässer zu bewegen.

Mit dem Projekt wurde der Niers ein Auenbereich in der Größe von ca. 13 Fußballfeldern wieder zurückgegeben und somit neue Lebensräume sowie Überflutungsflächen für Hochwässer geschaffen. Mit dieser Umgestaltung mitten im städtischen Raum wird die Biodiversität und der Artenschutz gestärkt, der natürliche Wasserkreislauf unterstützt und somit ein Beitrag zur Klimaresilienz der Niers und ihres Umfeldes geleistet.

Die neue Niersaue bildet einen natürlichen Rückhalteraum. Diese Bereiche tragen zu einem geringeren Wasserabfluss im weiteren Niersverlauf (z.B. bei Starkregen) bei und stärken die Biodiversität sowie den Artenschutz. Im Weiteren unterstützen sie den natürlichen Wasserkreislauf und liefern daher einen Beitrag zur Klimaresilienz der Niers und ihres Umfeldes. Die Umgestaltung liefert zudem die Voraussetzung für einen später verbesserten Abfluss des Rheydter Bachs, der viel Regenwasser aus dem Stadtgebiet zur Niers transportiert. Dieses kann nun besser aufgenommen werden. Aufgrund der hohen Aufenthaltsqualität ist der neue Nierslauf auch als Naherholung für die Bürgerinnen und Bürger ein Gewinn.

Die abgeschlossene Niersrenaturierung im Bresgespark umfasste folgende Maßnahmen und Ausführungszeitpunkte:

APRIL 2024
Projektabschluss
JANUAR BIS MÄRZ 2024
Rückbau bzw. Umbau des ehemaligen Nierslaufs
NOVEMBER BIS DEZEMBER 2023
Rückbau Wehr Zoppenbroich Anschluss neuer linksseitiger Nierslauf
SEPTEMBER 2023
Öffnung rechter Niersabschnitt
MAI BIS OKTOBER 2023
Herstellung Hebewerk zur Speisung der Teiche Herstellung Düker Alte Niers
MAI BIS NOVEMBER 2023
Erdbau linke Niersseite
FEBRUAR BIS APRIL 2023
Einbau Durchlass Niersrad-/Wanderweg
NOVEMBER 2022
Archäologische Untersuchung links des bisherigen Nierskanals
MAI BIS OKTOBER 2022
Dükerung der Gasleitung links des alten Nierskanals
HERBST 2021 BIS FRÜHJAHR 2022
Weitere Gehölzfällungen links des bisherigen Nierskanals
MAI BIS OKTOBER 2021
Aushub des neuen Nierslaufs rechts des alten Nierskanals Archäologische Untersuchung links des bisherigen Nierskanals
FRÜHJAHR 2021
Kampfmittelsondierung auf den gerodeten Flächen, wo das neue Bachbett rechts des bisherigen Nierskanals verlaufen wird.
HERBST 2020 BIS FRÜHJAHR 2021
Gehölzfällungen links und rechts der Niers
OKTOBER 2020
Bodenprobenahme
OKTOBER 2020
Höhlenbaumkontrolle

Anforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie und geänderte Vorgaben zur Einleitung von Niederschlagswasser machten Umbauten im Bresgespark notwendig. Gleichzeitig werden die erfolgten Maßnahmen künftig zum Hochwasserschutz beitragen. Durch die Renaturierung erfüllt der Flussabschnitt ab dem Jahr 2024 die rechtlichen Anforderungen und bietet zudem einen ökologisch wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna.

Ein Eingriff in das bestehende Waldgebiet war notwendig für die neu angelegte Gewässerlandschaft. Bei der Planung des Gewässerlaufs und der Bauabläufe wurde Wert daraufgelegt, dass möglichst viele Baumbestände erhalten bleiben. Nur die Flächen des neuen Niersverlaufs und die erforderlichen Arbeitsbereiche wurden daher von Gehölzen freigestellt. In den nicht beanspruchten Bereichen wurde der vorhandene Baumbestand erhalten. Bei den gefällten Bäumen handelte es sich im Wesentlichen um Pappeln, die aufgrund Ihres Alters windbruchgefährdet waren.

Nach dem im Frühjahr 2024 erfolgten Abschluss der Baumaßnahmen entwickelt sich der Baumbestand im Bresgespark nun nach und nach zu einem standorttypischen Auwald und die zuvor frei gestellten Flächen werden wieder von Bäumen bewachsen.

Im Vorfeld der erfolgten Fällarbeiten führten Expert*innen eine Kontrolle der Bäume auf Höhlen durch. Wurden für Fledermäuse, Vögel oder andere Tierarten wichtige Bäume gefunden, blieben diese erhalten oder es erfolgten Artenschutzmaßnahmen zum Umsiedeln. Nur unbewohnte Bäume wurden gefällt.

Zudem hat der Niersverband Fische und Großmuscheln aus dem ehemaligen Nierslauf abgesammelt und wieder in den neuen Niersabschnitt gesetzt.

Die erfolgten Umbauten im Bresgespark sind Teil des Masterplans Niersgebiet.

Dieser Plan sieht den Umbau der Niers und weiterer Gewässer an vielen Stellen vor. Grundidee des Masterplans ist es, erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Gewässerzustandes und Erfordernisse der Siedlungsentwässerung zu kombinieren. Durch Verzicht auf technische Rückhalteeinrichtungen und die Implementierung von Überflutungsflächen am Gewässer soll die „grüne Aue statt Beton“ entstehen. Die Gewässerumgestaltung im Bereich des Bresgesparks bildet die Voraussetzung, um die Einleitmengen aus dem Regenwasserkanal Rheydter Bach zu erhöhen. Ohne den naturnahen Rückhalteraum wären weitere technische Bauwerke erforderlich gewesen. Die Maßnahmenkombination ist deutlich wirtschaftlicher als die separate Bauausführung und ermöglichte weitere Mehrwerte (z. B. Hochwasserschutz, neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere, Landschaftsgestaltung).

Lesen Sie mehr zum Masterplan Niersgebiet - hier in unserem Bildband:

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Jörg Langner